Eine linke Regierung in einer Grenzstadt und AfD-Wähler – DW – 05/31/2019

Eine linke Regierung in einer Grenzstadt und AfD-Wähler – DW – 05/31/2019

Brandenburg hat blau gewählt, die Farbe der Alternative für Deutschland (AfD) Partei. Die Nationalisten gewannen fast 21% der Stimmen in den Wahlen zum Europäischen Parlament und belegten somit den ersten Platz im Bundesland, gefolgt von der Linkspartei mit etwa 18%. Brandenburg, das die deutsche Hauptstadt Berlin beherbergt, liegt an der polnischen Grenze. Auch im benachbarten Bundesland Sachsen war die AfD die stärkste Partei. Diese Ergebnisse überraschen niemanden, da Umfragen dies schon lange vorhergesagt hatten. Die AfD, die im Jahr 2013 gegründet wurde, war schon immer besonders stark in den Regionen des ehemaligen Ostdeutschlands.

Frankfurt (Oder) war die einzige Stadt in Brandenburg, in der die Hoffnung bestand, den Trend umzukehren. Gleich gegenüber liegt die polnische Stadt Slubice, und es gibt einen regen Austausch zwischen den Städten. Frankfurt allein hat sieben deutsch-polnische Kindergärten und beherbergt Menschen aus mehr als 100 verschiedenen Ländern. René Wilke wurde im März 2018 im Alter von 33 Jahren zum Bürgermeister von Frankfurt gewählt. Fast zwei Drittel der Wähler stimmten in der entscheidenden zweiten Runde für die Linke. Bei seiner Amtseinführung hielt Wilke eine leidenschaftliche Rede zugunsten größerer nationaler und internationaler Solidarität. Ein Jahr später ist Wilke desillusioniert, da die AfD auch hier triumphierte, in der Stadt seiner Geburt.

Wilke rätselt darüber, warum die AfD so erfolgreich war und weist darauf hin, dass Frankfurt eine aufgeschlossene und internationale Stadt ist, in der Menschen aus verschiedenen Ländern leben. Trotzdem versucht die AfD, besonders die rund 1.400 vertriebenen Personen im Fokus zu haben. Wilke und Möller haben unterschiedliche Ansichten über die Integration von Flüchtlingen und Abschiebungen. Während die Linke gegen Abschiebungen ist, besteht Wilke darauf, dass eine Integration gefährdet sein kann, wenn einige wenige Personen den Prozess stören. Möller hingegen glaubt, dass die AfD aufgrund der Sensibilität der Menschen gegenüber staatlicher Intervention in Ostdeutschland Erfolg hatte.

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