Pendler und Reisende in Deutschland sahen sich am Dienstag aufgrund paralleler Streiks bei der Deutschen Bahn und Lufthansa mit frischen Schwierigkeiten konfrontiert. Der nationale Eisenbahnbetreiber Deutsche Bahn sagte, dass nur 20% der Fernzüge des Landes fuhren. Der Streik der Gewerkschaft GDL beeinträchtigte auch den Regional- und S-Bahn-Verkehr. Gleichzeitig führte ein Streik der Flugbegleitergewerkschaft von Lufthansa am Frankfurter Flughafen – Deutschlands verkehrsreichstem Flughafen – zur Stornierung von bis zu 600 Flügen. Die nationale Fluggesellschaft berichtete, dass dies bis zu 70.000 Passagiere betreffen könnte.
Der 24-stündige GDL-Streik ist der sechste von Zugführern und anderen Bahnmitarbeitern in einem monatelangen Streit mit der Deutschen Bahn über Löhne und Arbeitszeiten. Der Hauptstreitpunkt ist die Forderung der GDL nach einer Reduzierung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden pro Woche ohne Lohnkürzung. Während mehrerer Wochen Verhandlungen zwischen den beiden Parteien schlugen Moderatoren vor, die Arbeitszeit bis 2028 von 38 auf 36 Stunden zu reduzieren. GDL war jedoch mit den Details des Vorschlags nicht zufrieden. Ein Berufungsgericht wies am Dienstag den Versuch der Deutschen Bahn zurück, den Arbeitskampf zu stoppen. Der Bahnunternehmer bat das Gericht, eine Entscheidung eines niedrigeren Gerichts aufzuheben, das die Klage der Bahn zur Beendigung des laufenden Streiks abgewiesen hatte.
Der Streik der Flugbegleiter bei Lufthansa und ihrer Tochtergesellschaft Lufthansa Cityline am Dienstag ist die neueste Arbeitsniederlegung, die die deutsche Fluggesellschaft betrifft. Die Gewerkschaft UFO sagte, dass der Streik ihrer Mitglieder die Abflüge vom Flughafen Frankfurt am Dienstag und die Flüge aus München am Mittwoch beeinträchtigen würde. Lufthansa schätzte voraus, dass insgesamt 1.000 Flüge über die beiden Tage hinweg abgesagt würden. UFO fordert eine 15%ige Gehaltserhöhung mit neuen Verhandlungen nach 18 Monaten sowie eine einmalige Inflationsausgleichszahlung von €3.000 ($3.300) für ihre rund 18.000 Mitglieder. Letzte Woche legte ein Streik des Bodenpersonals, organisiert von einer anderen Gewerkschaft, Verdi, einen Großteil des Passagierverkehrs von Lufthansa lahm.