Tui, eines der größten Reiseunternehmen der Welt, erwägt den Rückzug von der Londoner Börse zugunsten einer Kotierung in Frankfurt. Das Unternehmen sagte, einige Aktionäre hätten sich gefragt, ob seine UK-Notierung “optimal und vorteilhaft” sei. Diese Entscheidung würde einen weiteren Rückschlag für die Attraktivität Londons als Standort für große Unternehmen bedeuten, da in den letzten Jahren mehrere Unternehmen beschlossen haben, an ausländischen Börsen zu notieren. Tui erwägt, den Plan im nächsten Jahr zur Abstimmung zu stellen.
Tui hat bereits seit 2014 eine Hauptnotierung an der Londoner Börse und eine Sekundärnotierung in Frankfurt. Chef Sebastian Ebel sagte, dass die Ankündigung “keinen politischen Hintergrund” habe, was darauf hindeutet, dass ein potenzieller Rückzug nicht auf den Brexit zurückzuführen wäre. Tui hat jedoch angegeben, dass der Umzug möglicherweise die Profilierung der Aktien verbessern und das Unternehmen bei der Einhaltung der EU-Vorschriften für den Flugzeugbesitz und der Kostensenkung unterstützen könnte.
Tui’s Chief Financial Officer Mathias Kiep sagte, dass der Hauptgrund für die De-Listung sei, dass 75% der Aktien des Unternehmens in Deutschland gehandelt werden. Ein Investmentdirektor bemerkte, dass obwohl der Verlust von TUI’s £3 Mrd. Marktwert bedauerlich ist, es nicht das Ende für einen Markt mit einer Bewertung von über £2 Billionen bedeutet. Tui erwartet für das laufende Jahr einen Gewinnanstieg von mindestens 25%.
Zusammenfassend erwägt Tui einen Rückzug von der Londoner Börse zugunsten einer Kotierung in Frankfurt aufgrund einer potenziell besseren Handelssituation und möglicher Verbesserungen in der Durchsetzung von Vorschriften. Während dies London als Standort für große Unternehmen in Frage stellt, betont Tui, dass der britische Reisemarkt immer noch der wichtigste ist. Trotzdem könnte eine solche Entscheidung Auswirkungen auf Londons Attraktivität haben und weitere Unternehmen dazu veranlassen, ihre Notierungen ins Ausland zu verlagern.