Das Techno-Magazin der 90er Jahre, das die deutsche Rave-Kultur geprägt hat.

Das Techno-Magazin der 90er Jahre, das die deutsche Rave-Kultur geprägt hat.

Frontpage war in den Jahren von 1989 bis 1997 eine der führenden Stimmen in der deutschen House- und Techno-Bewegung und wurde von Stefan Weil als “gedruckte Rave” und “grafische Ekstase” beschrieben. Das Magazin entstand ursprünglich als Hausfanzine für den Technoclub, eine einflussreiche Party mit ausschließlich elektronischer Musik, die im Nachtclub Disco Dorian Gray im Frankfurter Flughafen stattfand. Frontpage wurde zu einem wichtigen Medium für die Dokumentation des Aufstiegs einer neuen Subkultur, die von der Musik der Zukunft geprägt war.

Als Frontpage erstmals veröffentlicht wurde, bezog sich der Begriff „Techno“ in Deutschland auf den spezifischen Frankfurter Sound, dessen Grundlage durch Bands wie DAF, Front 242, Neon Judgement und The Klinik gelegt wurde. Doch als die Redakteure von Frontpage nach West-Berlin zogen, entdeckten sie eine ganz neue Art von Techno-Subkultur, die von Acid-House-Rhythmen und verlassenen Lagerhallen geprägt war. Die Zeitschrift war in den 90er Jahren in der elektronischen Musikszene präsent und berichtete über den Aufstieg neuer Subgenres wie Trance und Gabber sowie über bekannte Künstler wie Joey Beltram, Westbam, Moby und Aphex Twin.

Frontpage war nicht nur ein Magazin, sondern auch eine Lebensweise, die sich stark mit der Techno-Kultur verbunden fühlte. Neben der Berichterstattung über Clubs, Festivals und Raves spielten auch Mode, Ausrüstung, Plattenläden, Promoter und Club-Marken eine große Rolle im Magazin. Die Ästhetik von Frontpage spiegelte die Innovationen der Techno-Musik wider und wurde von dem Grafikdesigner Alexander Branczyk mit übertriebenen, ekstase-inspirierten Designs gestaltet, die förmlich von den Seiten sprangen.

Frontpage schloss 1997, aber viele Ideen des Magazins haben sich inzwischen verbreitet. Berlin gilt heute als Europas Techno-Hauptstadt und Deutschland als Techno-Paradies. Trotzdem glaubt Jürgen Laarmann, dass noch Arbeit zu leisten ist, um die utopische Vision des Magazins zu verwirklichen und die Werte der Toleranz und des Anti-Sexismus und Rassismus zu fördern.

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