Bei Protesten gegen die Sparpolitik ist es zu Ausschreitungen mit der Polizei gekommen, als die neue Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt eingeweiht wurde. Zwei Polizeiautos wurden angezündet und ein Polizist wurde verletzt, als Demonstranten in der Nähe des Alte Oper Opernhauses Steine warfen. Etwa 500 Demonstranten wurden festgenommen und die Stadt hatte im Vorfeld der Proteste mindestens 8000 Polizeibeamte mobilisiert.
Es wurden Videoaufnahmen von Demonstranten gezeigt, die vor der Polizei in Kampfmontur davonliefen und Reifen in der Mitte der Straße verbrannten. Die Polizei hatte Barrikaden und Stacheldraht um die Bankzentrale errichtet, um sich auf Proteste gegen Regierungssparmaßnahmen und den Kapitalismus vorzubereiten. Die Demonstranten richteten ihren Protest gegen die EZB, aufgrund ihrer Rolle bei der Überwachung der Bemühungen zur Einschränkung der Ausgaben und zur Verringerung der Schulden in finanziell angeschlagenen Ländern wie Griechenland.
Die Blockupy-Allianz erklärte, dass Aktivisten die neue EZB-Zentrale blockieren und den als „kapitalistisches Geschäft wie üblich“ bezeichneten Betrieb stören wollen. Die Polizei in Frankfurt erwartete 10.000 Teilnehmer bei einer Kundgebung am Roemerberg. Organisatoren hatten einen Sonderzug aus Berlin und Busse aus anderen deutschen Städten und europäischen Ländern gechartert. Obwohl die meisten Demonstranten friedlich sein würden, befürchtete die Polizei gewaltsame Elemente.
Die EZB, zusammen mit der Europäischen Kommission und dem Internationalen Währungsfonds, gehört zur sogenannten „Troika“, die die Einhaltung der Bedingungen für Hilfskredite an Griechenland und andere finanziell betrübte Länder in Europa überwacht. Diese Bedingungen umfassen Sparmaßnahmen und Defizitabbau, Maßnahmen zur Verringerung der Verschuldung, die jedoch auch hohe Arbeitslosigkeit und langsames Wachstum verursacht haben. Die neue Linksregierung in Griechenland gibt diesen Politiken die Schuld an einer „humanitären Krise“ mit Armut für Rentner und Arbeitslose. EZB-Präsident Mario Draghi forderte von finanzstarken Regierungen wie Deutschland mehr Ausgaben, eine Forderung, die von gewählten Politikern weitgehend ignoriert wurde. Die EZB plant während der Proteste „voll funktionsfähig“ zu sein, obwohl einige Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten könnten.