Die Preise für gewerbliche Immobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wie der Bankenverband VDP am Montag bekannt gab. Trotz der schlechtesten Krise des Immobiliensektors seit Jahrzehnten zeigt sich jedoch eine Stabilisierung. Die Immobilienbewertungen, die seit zwei Jahren rückläufig waren, stiegen um 0,4 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten dieses Jahres, was darauf hindeutet, dass sich der Markt beruhigt hat.
Dennoch ist es wahrscheinlich, dass die Preise in den kommenden Quartalen seitwärts gehen werden, und weitere Rückschläge sind möglich aufgrund einer schwachen Wirtschaft und des niedrigen Transaktionsvolumens im Sektor. Laut Jens Tolckmitt, dem Chief Executive des VDP, bleibt die Lage auf dem gewerblichen Immobilienmarkt angespannt. Deutschland war bisher das am stärksten von einer immobilienbezogenen Krise betroffene Land in Europa.
Deutsche Bank, Deutschlands größte Bank, sagte letzten Monat, dass der Sektor weiterhin unter Druck steht. Aareal, ein deutscher Immobilienfinanzierer mit großem Fußabdruck in den Vereinigten Staaten, gab letzte Woche eine 26-prozentige Zunahme der Kredite für Büros bekannt, die im zweiten Quartal voraussichtlich nicht zurückgezahlt werden können. Bundeskanzler Olaf Scholz plant später in diesem Jahr einen neuen Anlauf, um die Krise bei einem Treffen von Politikern, Ministerien und Branchenvertretern anzugehen.