Deutsche Jazzfestivals – Eine Einführung ~ The Free Jazz Collective

Deutsche Jazzfestivals – Eine Einführung ~ The Free Jazz Collective

In diesem Artikel wird die Entwicklung des Jazz in Deutschland von 1969 bis heute anhand von Jazzfestivals untersucht. Besonders interessant ist dabei die Rolle des Jazz im Nachkriegsdeutschland sowohl musikalisch als auch kulturell. Anfangs wurde Jazz in Westdeutschland oft abwertend als “Negermusik” betrachtet, aber inzwischen wird Jazz als eine vielfältige und anspruchsvolle Kunstform angesehen. Das hat sich im Laufe der Zeit durch die musikalische Entwicklung des Jazz sowie breitere gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen vor allem in Westdeutschland verändert.

In den 1950er Jahren versuchten Persönlichkeiten wie “Jazz-Papst” Joachim-Ernst Berendt, Jazz als ernsthafte musikalische Kunstform auf Augenhöhe mit der klassischen Musik zu etablieren. Die Einrichtung von reinen Jazzfestivals spielte dabei eine wichtige Rolle, wobei das Deutsche Jazzfestival in Frankfurt 1953 als wegweisend galt. Der Jazz in Europa orientierte sich zunächst stark an den amerikanischen Vorbildern, bevor in den 1960er Jahren eine Distanzierung davon erfolgte. Die Jahre am Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre werden als die “Goldene Ära” des deutschen Free Jazz angesehen. Bedeutende Festivals wie das Jazzfest Berlin und der Total Music Meeting trugen maßgeblich dazu bei, Jazz als festen Bestandteil der deutschen Kultur zu etablieren.

Radioanstalten spielten in den frühen 1970er Jahren ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Förderung von Jazzmusik. Festivals wie das Moers Festival, das Workshop Freie Musik und das Jazzfest Berlin boten Plattformen für improvisierte Musik und brachten international renommierte Künstler zusammen. Die ursprüngliche Bedeutung und Finanzierung von Festivals für freie Musik haben sich im Laufe der Zeit aufgrund von Einschränkungen in der Kulturförderung verändert. Während einige Festivals eingestellt wurden, wie das Holy Hill in Heidelberg, hat vor allem das Moers Festival eine internationale Ausrichtung beibehalten und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der Jazzszene in Deutschland.

Zusammenfassend zeigt die Geschichte der deutschen Jazzfestivals der letzten 60 Jahre, wie Jazz sowohl gesellschaftliche Veränderungen reflektiert als auch eigene kulturelle Beiträge leistet. Obwohl heute Jazz als Kunstform anerkannt ist, gibt es in Deutschland nur noch wenige Festivals, die sich ausschließlich dem Free Jazz widmen. Einige Festivals wie das A’Larme! Festival in Berlin und das Jazzwerkstatt Peitz halten jedoch die Tradition des Free Jazz lebendig, während das Moers Festival trotz finanzieller Herausforderungen fortbesteht.

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