Das Islamische Zentrum Hamburg, das kürzlich vom deutschen Innenministerium geschlossen wurde, soll direkte Anweisungen aus dem Iran erhalten haben und die Hisbollah unterstützt haben, wie aus Dokumenten, die von Der Spiegel gesehen wurden, hervorgeht. Sicherheitsbeamte durchsuchten das Islamische Zentrum zuvor in diesem Jahr, beschlagnahmten Dokumente und Daten, was im Juli zur Schließung des Zentrums und zur Beschlagnahmung der Blauen Moschee in Hamburg führte. Neben dem Zentrum in Hamburg wurden auch Unterorganisationen in Frankfurt, München und Berlin verboten, mit der Schließung von vier schiitischen Moscheen.
Das deutsche Innenministerium veröffentlichte eine 220-seitige Verbotsverfügung, die angeblich zeigt, wie eng das Zentrum mit dem islamischen Regime zusammenarbeitete und welche Verbindungen es zur Hisbollah hatte. Laut den Dokumenten kommunizierte der Leiter des Zentrums, Mohammad Mofatteh, regelmäßig mit dem Büro von Irans oberstem Führer Ayatollah Ali Khamenei, auch über WhatsApp-Nachrichten und Austausch von Nachrichten mit hohen iranischen Beamten. Die Beamten sollen auch Anweisungen zur Schließung einer Moschee und zur Unterstützung der Hisbollah gegeben haben.
Zusätzlich zu den direkten Verbindungen zum Regime wurden auch Verbindungen des Zentrums zur Hisbollah festgestellt, wobei Dokumente zeigten, dass ein mit der Terrorgruppe verbundener Scheich dank der finanziellen und moralischen Unterstützung des ehemaligen Direktors des Zentrums durch Deutschland gereist sei. Mofatteh behauptete in früheren Äußerungen, dass es keinen Grund für die Schließung der Moschee gebe und dass der Islam, der dort gepredigt werde, ein Islam des Friedens sei. Er verweigerte jedoch die Beantwortung von Fragen des Der Spiegel.