Bisher haben mindestens 50 Start-ups am Accelerator Frankfurt Programm teilgenommen, viele von ihnen aus Israel. Das ist kein Zufall, da der Gründer gezielt Konferenzen in Israel besucht hat und dort mit Investoren gesprochen hat. Die meisten israelischen Start-ups in Europa zielen auf London ab. Frankfurt war für viele lange Zeit nicht im Fokus, aber mit der Präsenz wichtiger Banken und einem großen deutschen Markt bietet die Stadt Vorteile. Zudem ist Frankfurt kostengünstig und gut verbunden, zum Beispiel mit mehreren täglichen Flügen nach Tel Aviv.
Israel ist kaum größer als Hessen, hat aber eine überdurchschnittlich hohe Dichte an Start-ups. Dies liegt an der mentalen Unterschied, da Deutsche vorsichtig sind und hohe Qualitätsstandards haben, was beim Autoaufbau von Vorteil ist. Im Start-up-Bereich kann Perfektionismus jedoch bremsen. Israelis starten oft mit nicht vollständig entwickelten Versionen und lernen dann aus dem Kundenfeedback. Ein bekannter Ausdruck ist “chutzpah”, was so etwas wie “Kühnheit” bedeutet.
Von der anderen Seite betrachtet, können israelische Start-up-Gründer in Deutschland lernen, mehr Geduld zu haben und Vertrauensbeziehungen langsam aufzubauen. Manche Gründer sind zu übermütig und denken, sie seien der nächste Steve Jobs. Ein Beispiel ist ein Treffen mit Lufthansa, bei dem die Gründer sich weigerten, teilzunehmen, weil sie nicht direkt den IT-Chef treffen konnten, sondern mit jemandem auf niedrigerer Hierarchieebene sprechen sollten. Es ist wichtig, langsam Vertrauen aufzubauen.