Das Zentrum für Kritische Rechnergestützte Studien (C3S) der Goethe-Universität Frankfurt hat bei einer hochkarätigen Veranstaltung einen neuen Forschungsschwerpunkt vorgestellt. Der Schwerpunkt des C3S liegt auf der Erforschung der Interaktionen zwischen Digitalität und Demokratie sowie den Dynamiken des Wandels. Goethe-Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff betonte die Dringlichkeit des Themas angesichts des beschleunigten sozialen Wandels und des drastischen menschlichen Einflusses auf die Stabilität des Planeten. Er hob hervor, dass Digitalität nicht nur ein Treiber sozialer und wirtschaftlicher Veränderungen ist, sondern auch ein Werkzeug sein kann, um die Welt besser zu verstehen und die Zukunft zu gestalten.
Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, lobte die interdisziplinäre Natur des C3S und betonte die Einzigartigkeit des wissenschaftlichen Ökosystems in Hessen im Bereich IT, Hochleistungsrechnen, künstliche Intelligenz und Big Data. Das C3S plant die Einrichtung von mindestens zwölf neuen Professuren zur Entwicklung von kritischen rechnergestützten Studien als eigenständiges Forschungsprofil, das auch Lehre und Ausbildung umfasst. Der Rekrutierungsprozess wird offen für potenzielle Kandidaten aller Fachrichtungen sein, wobei die Endgehälter von Qualifikation und Erfahrung abhängig sind.
Das “Planetary Hopes” -Event des C3S konzentrierte sich auf den Forschungsschwerpunkt Erde-Natur-Gesellschaft und diskutierte, wie rechnergestützte und datenbasierte Methoden dazu beitragen können, mit planetaren Polykrisen umzugehen. Die Veranstaltung umfasste Reden von Wissenschaftlern aus Frankfurt und anderen Bereichen, darunter Diskussionen über die Nachhaltigkeit von Daten, den Umgang mit komplexen Systemen und den Bedarf an globalen Werten. Die Teilnehmer betonten die Bedeutung von transdisziplinärer Zusammenarbeit und der Einbindung aller Interessengruppen in die Entwicklung zukunftsweisender Lösungen.
Die abschließende Podiumsdiskussion thematisierte die Verwendung von Daten und den Wert von Wissen. Die Diskussionsteilnehmer sprachen darüber, wie Daten genutzt werden können, um globale Probleme anzugehen, und betonten die Notwendigkeit einer ausgewogenen Nutzung von Werten und empirischen Erkenntnissen. Die Diskussion über die Rolle von KI und Regulierung in der Datenverarbeitung verdeutlichte die zunehmende Komplexität und Notwendigkeit einer transparenten und ethischen Nutzung von Technologie. Die Experten forderten eine stärkere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen und die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für zukünftige Herausforderungen.