Die Berichterstattung über die Newroz-Feier in Frankfurt durch die Mainstream-Medien in Deutschland stellt eine Fallstudie dar, wie das Vertrauen auf offizielle Quellen, ohne unabhängige Überprüfung oder Untersuchung, zu einer eindimensionalen Erzählung führen kann. Medya News hat verschiedene deutsche Nachrichtenquellen (einschließlich Zeit, RTL, Hessenschau, Stern und FR) durchsucht und festgestellt, dass ihre Berichterstattung nicht mehr als eine Wiederholung des Polizeiberichts war. Keines der überprüften Medien vermittelte die politischen Botschaften, die von Zehntausenden von Kurden beim Treffen im Rebstockpark geäußert wurden.
Ausschließlich auf Polizeiberichte gestützt, konzentrierten sich die Medienberichte auf die hohe Teilnehmerzahl – die nicht zwangsläufig positiv war, da sie zu Verkehrsbehinderungen führte – und auf Geldstrafen für logistische Entscheidungen, die von der kurdischen Gemeinschaft getroffen wurden, wie beispielsweise das Absetzen von Menschen auf der Autobahn aufgrund fehlender Infrastruktur.
Darüber hinaus wurden Kurden erwähnt, die Geldstrafen dafür erhielten, dass sie Fahnen mit verbotenen Symbolen trugen, ohne zu erläutern, um welche Symbole es sich handelte, warum sie verboten waren oder wie legitim solche Verbote waren. Dieses Fehlen von Kontext oder Nachforschungen zur Kriminalisierung kurdischer Symbole in Deutschland, möglicherweise auf Antrag der Türkei, deutet auf eine klare Lücke in der Berichterstattung hin.
Die Medien schienen auch den Teil des Polizeiberichts zu kopieren, der die Newroz-Feier mit einer kleineren pro-palästinensischen Demonstration früher an diesem Tag verglich, ohne jegliche Rechtfertigung oder Kontext für einen solchen Vergleich, der möglicherweise die Bedeutung der zugrunde liegenden Probleme beider Ereignisse minimierte.
Die politischen Botschaften und Forderungen, die von der kurdischen Gemeinschaft im Rebstockpark artikuliert wurden, drehten sich um die Forderung nach der Befreiung von Abdullah Öcalan und die Kritik an der deutsch-türkischen Zusammenarbeit bei der Kriminalisierung von Kurden, fehlten auffällig in den Berichten.
Stattdessen übermittelten sie kritiklos den Polizeibericht und informierten ihre Leser, dass bei der Veranstaltung kein größerer Vorfall verzeichnet wurde.
Die deutschen Medien haben offensichtlich eine bedeutende Gelegenheit für umfassenden und kritischen Journalismus verpasst, indem sie den Polizeibericht fast wortwörtlich wiederholten, ohne weitere Untersuchungen anzustellen oder die offiziellen Politiken zu hinterfragen.