Gewalt ist am Wochenende in Frankfurt zwischen Polizisten und Jugendlichen ausgebrochen, die sich in einem zentralen Stadtplatz versammelten, nachdem Bars und Clubs geschlossen worden waren, um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Dies war der neueste Ausbruch von Gewalt, an dem die deutsche Polizei beteiligt war, inmitten einer nationalen Debatte über Vorurteile und rassistisches Profiling in den Reihen der Polizei. Frankfurt’s Polizeichef Gerhard Bereswill sagte bei einer Pressekonferenz am Sonntag, dass die Stimmung gegen sie umgeschlagen sei, als Mitglieder der Menge mit Polizeibeamten kämpften. Er fügte hinzu, dass bestimmte Gruppen sich ermutigt fühlen würden, vor allem nach Alkoholkonsum, die Polizei anzugreifen.
Die Gewalt in Frankfurt erfolgte Wochen nachdem Hunderte von jungen Männern mit der Polizei in Stuttgart zusammenstießen und Dutzende von Geschäften vandalisierten. Die Berichterstattung über die Proteste in den Vereinigten Staaten gegen Polizeibrutalität und systemischen Rassismus hat in Deutschland weit verbreitetes Interesse erregt, was Einwanderergruppen hier dazu ermutigt, sich gegen das auszusprechen, was sie als jahrelanges Anhalten durch Polizisten aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Hautfarbe betrachten.
Die Polizei in Deutschland wurde lange Zeit von der Mehrheit der Öffentlichkeit weithin respektiert, hat aber seit den Protesten, die in den USA grassieren, schärfere Kritik und häufigere Angriffe erfahren. Gezaudert, was er für die Gewalt verantwortlich hält, sagte Chief Bereswill, dass mehrere Elemente zusammengekommen seien, darunter eine aggressive Stimmung, die durch Alkohol angeheizt wurde, aber auch die öffentliche Debatte in Deutschland über rassistisches Profiling durch die Polizei.
Letzte Woche wies Horst Seehofer, Deutschlands oberster Sicherheitsbeamter, Forderungen nach einer Studie seines Ministeriums über strukturellen Rassismus unter den Polizeibeamten des Landes zurück und behauptete, er sehe keine Indikationen bei der Bundespolizei, dass rassistisches Profiling ein Problem sei. Der Platz vor der Oper in Frankfurt, wo die Gewalt ausgebrochen ist, ist in diesem Sommer zu einem Ort für regelmäßige Wochenendpartys geworden. Etwa 3.000 Menschen waren dort am Samstagabend, eine ethnisch gemischte Menge verschiedener Altersgruppen und wirtschaftlicher Hintergründe.
Die Feierlichkeiten blieben größtenteils friedlich, bis etwa 3 Uhr morgens am Sonntag ein Kampf unter ungefähr zwei Dutzend Feiernden ausbrach, die noch auf dem Platz waren. Als eine Gruppe von 10 Beamten eingriff, um einer verletzten Person Erste Hilfe zu leisten, wandten sich einige in der Menge gegen sie und bewarfen sie mit Flaschen und Gläsern. Die Frankfurter Polizei sagte, dass acht der 39 Menschen, die festgenommen wurden, sich noch am Sonntag in Gewahrsam befanden. Die Behörden in Frankfurt ermitteln gegen diese acht, alle im Alter von 17 bis 21 Jahren, wegen des Verdachts des Angriffs auf Beamte und der Vandalisierung öffentlichen Eigentums.