Das neue Anti-Geldwäsche-Amt der EU, AMLA, wird in Frankfurt angesiedelt, nachdem die Stadt im Wettbewerb mit acht anderen europäischen Städten siegreich war. Dies ist Teil einer Reform der EU, die als Reaktion auf eine Reihe von Skandalen im Zusammenhang mit Geldwäsche ins Leben gerufen wurde. Die Wahl von Frankfurt als Standort folgt auf Skandale wie den Fall der Danske Bank, die schmutziges russisches Geld gewaschen hatte, und den Zusammenbruch von Banken wie Pilatus aus Malta und ABLV aus Lettland.
Die Wahl des Standorts für EU-Agenturen wurde traditionell von den Mitgliedstaaten im Rat der Europäischen Union getroffen und war oft umkämpft. Seit kurzem haben jedoch auch die Abgeordneten des Europäischen Parlaments ein Mitspracherecht bei der Standortwahl von Agenturen. In einem Verfahren mit insgesamt neun Kandidaten für AMLA hat sich Frankfurt letztendlich durchgesetzt und erhält nun das Amt. Dies wird es dem neuen Amt ermöglichen, eng mit der Europäischen Zentralbank zusammenzuarbeiten, die ebenfalls in Frankfurt ansässig ist.
Es bleibt unklar, welche Hinterzimmerverhandlungen stattgefunden haben, um Deutschlands Triumph als Standort für AMLA zu sichern. Ireland könnte jedoch Gerechtigkeit erfahren, falls Finanzminister Paschal Donohoe seinen möglichen Vorschlag als Leiter des Internationalen Währungsfonds gewinnt, eine Rolle, die traditionell einem Europäer übertragen wird. Andere Bewerber um den Standort waren Riga, Vilnius, Wien und Brüssel. Die Entscheidung für einen bedeutenden Finanzplatz wie Frankfurt könnte auch praktische Überlegungen widerspiegeln, da AMLA direkt für die Überwachung von 40 der riskantesten Banken der EU verantwortlich ist.