Frankfurter Buchmesse verschiebt Auszeichnung für palästinensischen Autor – DW – 10/13/2023

Frankfurter Buchmesse verschiebt Auszeichnung für palästinensischen Autor – DW – 10/13/2023

Die palästinensische Autorin Adania Shibli sollte den “LiBeraturpreis” des LitProm-Verbandes auf der Frankfurter Buchmesse am 20. Oktober für ihr neu auf Deutsch veröffentlichtes Werk erhalten. Ihr Roman “Minor Detail” erhielt hohes Lob von einigen Kritikern, stieß jedoch bei anderen auf heftige Kritik wegen angeblicher antisemitischer Narrative. Die Diskussion darüber, ob ein Buch mit solchen Inhalten ausgezeichnet werden sollte, führt zu Kontroversen.

Die Zeitung Tagesanzeiger aus Zürich fragte, ob ein Roman, der Israel als Tötungsmaschine darstellt, in diesen Zeiten mit Preisen geehrt werden sollte. Die Diskussion darüber, wie mit Literatur umgegangen werden sollte, die angeblich anti-israelische und antisemitische Stimmungen in die kulturelle Szene bringt, erreicht ihren Höhepunkt vor der weltweit größten Buchmesse. Die Juryentscheidung, die lange vor den Angriffen der Hamas getroffen wurde, wurde bereits im Sommer 2023 kontrovers diskutiert.

Adania Shibli, 1974 geboren, lebt und arbeitet sowohl in Berlin als auch in Jerusalem. Die Kritikerin des Buches sah es als antisemitisch an, da sie die Darstellung israelischer Soldaten als anonyme Vergewaltiger und Mörder kritisierte. Die Entscheidung, den LiBeraturpreis aufgrund des Krieges in Israel abzusagen, wurde getroffen, aber die Kritik am Buch bleibt bestehen. Die LitProm-Vereinigung betonte jedoch, dass sie trotz der Kritik den Preis an Adania Shibli’s Roman “Minor Detail” vergeben möchte.

Die Frankfurter Buchmesse möchte israelische Stimmen besonders sichtbar machen, um Solidarität mit Israel zu zeigen. Die Veranstaltung wird durch den Besuch von Autor und Friedensaktivistin Lizzie Doron verstärkt, die über die aktuellen Ereignisse in Israel sprechen wird. Weitere Veranstaltungen mit israelischen Stimmen sind geplant, obwohl einige aufgrund von Reisebeschränkungen abgesagt werden mussten. Ein Highlight der Messe wird die Teilnahme des Autors Salman Rushdie sein, der den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält.

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