Wer in den nächsten Jahren mit der Deutschen Bahn reist, benötigt mehr Zeit und Geduld. Am 15. Juli, einen Tag nach dem Finale der Europameisterschaft, beginnt das staatliche Eisenbahnunternehmen ein umfangreiches Sanierungsprogramm. Bis 2030 plant Deutsche Bahn die Erneuerung von 40 Hauptstrecken. Jede Strecke wird für mehrere Monate gesperrt, während die Bauarbeiten durchgeführt werden. Die erste für die Erneuerung vorgesehene Strecke ist die Mittelrheinbahn, die Frankfurt und Mannheim verbindet.
Die Züge der Deutschen Bahn sind in den letzten Jahren immer häufiger verspätet. Im Jahr 2023 erreichten weniger als zwei Drittel der Fernzüge ihr Ziel pünktlich – ein neuer Tiefststand. Wenn ein Zug um mehr als 60 Minuten verspätet ist, können Reisende einen Teil des Fahrpreises zurückfordern. Im Jahr 2023 erstattete die Bahn aufgrund von Verspätungen 133 Millionen Euro zurück, was 43% mehr war als im Jahr 2022.
Die Sanierungsarbeiten werden immer teurer. Im Jahr 2023 investierte die Deutsche Bahn einen Rekordbetrag von rund 7,6 Milliarden Euro in ihre Infrastruktur. Die Bahn ist jedoch auf Subventionen der deutschen Regierung angewiesen, die in den letzten Jahrzehnten viel zu wenig in das Unternehmen investiert hat.
Die Finanzen des Bahnunternehmens sind in schlechtem Zustand. Deutsche Bahn hat es nicht geschafft, das Defizit auszugleichen, das während der COVID-19-Pandemie entstanden ist. Für die Sanierung von 40 Hauptstrecken bis 2030 wird ein Betrag von 45 Milliarden Euro erwartet. Die Bauarbeiten werden auch internationale Züge, die Deutschland passieren, beeinflussen.