Harry Frankfurt, ein angesehener Philosoph, der letzte Woche im Alter von 94 Jahren verstarb, war bekannt dafür, dass er auch an weltlichen Themen interessiert war. Neben seiner akademischen Arbeit an der Princeton University und seinen einflussreichen Werken über freien Willen, moralische Verantwortung und die Philosophie von René Descartes beschäftigte er sich auch mit dem Phänomen des “Bullshittings”. Er definierte Bullshitting als das Fehlen einer Verbindung zur Wahrheit; Bullshitter geben einfach das wieder, was ihnen in dem Moment nützlich erscheint, ohne Rücksicht auf die Wahrheit.
Dieses Phänomen des Bullshittings ist allgegenwärtig in der heutigen Medienlandschaft, von Fernsehsendungen über Zeitungen bis hin zu Blogs. Sowohl Experten als auch die allgemeine Öffentlichkeit neigen dazu, sich in Meinungsäußerungen zu verlieren, ohne wirklich auf die Wahrheit oder Sachkenntnis zu achten. Oftmals fühlen sich Menschen dazu verpflichtet, zu Themen Stellung zu nehmen, von denen sie wenig Ahnung haben, um kompetent und informiert zu erscheinen, selbst wenn sie es nicht sind.
Harry Frankfurt identifizierte Menschen wie den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump als typische Bullshitter-Beispiele. Trump, oder eher sein Dealermacher-Charakter, setzte auf Unterhaltung und Täuschung, um sein politisches Ziel zu erreichen – er kümmerte sich nicht um die Wahrheit, sondern wollte vor allem den Deal abschließen, sei es in Form von Wählerstimmen oder Unterstützung. Frankfurt erkannte dies und betonte, dass es oft unklar sei, ob Trump sich überhaupt für die Wahrheit seiner Aussagen interessierte.
Harry Frankfurts Vermächtnis besteht darin, das Phänomen des Bullshittings klar benannt zu haben. Ob es von Trump, Biden oder anderen politischen Akteuren kommt, wir werden täglich damit konfrontiert. Seine Arbeit hat dabei geholfen, ein Verständnis für die manipulative Natur des Bullshittings zu schaffen und die Bedeutung der Wahrheit in der öffentlichen Kommunikation hervorzuheben.