Etwa jeder zehnte Flug wurde am Donnerstag am Flughafen Frankfurt in Deutschland, einem wichtigen europäischen Verkehrsknotenpunkt, nachdem Aktivisten von der Klimagruppe Last Generation sich an den Rollbahnen festgeklebt hatten, abgesagt. Laut dem Betreiber Fraport wurden etwa 140 der geplanten 1.400 Flüge am größten deutschen Flughafen gestrichen. Passagiere wurden darauf hingewiesen, dass sie den ganzen Tag mit Verspätungen rechnen müssten. Die Start- und Landebahnen waren um 7:50 Uhr (0550 GMT) wieder frei, knapp drei Stunden nachdem acht Personen das Flughafengelände betraten und sich an die Rollbahn und einen Zaun klebten. Ein Fraport-Sprecher verurteilte den Protest und drohte den Tätern mit hohen Strafen und Schadensersatzforderungen.
Die acht Aktivisten hatten um 5 Uhr morgens Zugang zu den abgesperrten Flughafengelände erhalten. Einer von ihnen blieb am Zaun hängen, während die anderen sieben es schafften, den Sicherheitsbereich zu durchbrechen und sich an den beiden zentralen Start- und Landebahnen festzukleben. Die Aktivisten wurden nach ihrer Entfernung von der Rollbahn an die Polizei des Landes Hessen übergeben. Last Generation, die auch für einen ähnlichen Vorfall am Flughafen Köln/Bonn verantwortlich war, bezeichnete die Kohlenutzung als Bedrohung für das Überleben und forderte ein Ende des fossilen Energieeinsatzes bis 2030.
Im Inneren der Flughafenterminals bildeten sich lange Warteschlangen an den Schaltern der Fluggesellschaft Lufthansa, während der Flughafen den Reisenden kostenlos Wasser anbot. Passagiere wurden gebeten, den Status ihres Fluges vor ihrer Anreise zum Flughafen zu überprüfen. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein und Verkehrsminister Volker Wissing verurteilten die Aktion entschieden und forderten strengere Strafen für kriminelles Verhalten im Zusammenhang mit Luftverkehrsstörungen. Die Bundesregierung hat letzte Woche beschlossen, die Strafen zu verschärfen, aber das Parlament muss noch über den Vorschlag abstimmen.