‘Kleines Purim’ ist eine großartige Zeit zum Feiern in schwierigen Zeiten

‘Kleines Purim’ ist eine großartige Zeit zum Feiern in schwierigen Zeiten

Vor etwa 400 Jahren ereignete sich in der Stadt Frankfurt ein besonderes historisches Ereignis. Es begann wie viele andere Ausbrüche des Antisemitismus, die Europa im Laufe der Jahrhunderte heimsuchten. Im Jahr 1612, im Vorfeld der Wahl und Krönung des Heiligen Römischen Kaisers Matthias, wurden die Bürger von Frankfurt informiert, dass sie vollständig mit diesem Machtwechsel zusammenarbeiten müssten oder bestimmte Privilegien verlieren würden. Unzufrieden mit der Existenz dieser sogenannten “Privilegien”, begannen Proteste gegen verschiedene Regierungsvertreter. Der Anführer war Vincenz Fettmilch, ein Konditor, der sowohl die Behörden als auch die Juden verachtete. Trotz Festnahme und Hinrichtung von Fettmilch kehrten die Juden am selben Tag wieder nach Frankfurt zurück, ihre Rechte und Staatsbürgerschaft wurden wiederhergestellt. Es gab einen jährlichen Feiertag namens Vinz-Purim, der an die Ereignisse von 1614 erinnerte und von der Frankfurter jüdischen Gemeinde für 200 Jahre weitergeführt wurde.

Die Tradition, eine zweite Art von Purim (auch bekannt als Purim Katan, “kleines Purim”) zu erklären, war früher in jüdischen Gemeinden üblich, die Bedrohungen der Ausrottung erlebt hatten, die plötzlich – im wahren purimistischen Geist – umgedreht wurden. In Jahren wie diesem haben wir sowohl einen Ersten Adar als auch einen zusätzlichen Zweiten Adar. Während Purim am 14. des Zweiten Adar gefeiert wird, wird der 14. des Ersten Adar als Purim Katan bezeichnet. Dieses Jahr fällt es auf den 22. und 23. Februar. Purim Katan bietet die Möglichkeit, den Purim-Geist zu verlängern und darüber nachzudenken, wie die Purim-Geschichte mit der modernen Geschichte und unserem zeitgenössischen Leben in Verbindung steht.

In aktuellen Zeiten, in denen jüdische Resilienz dringend benötigt wird, ist es wichtig, widerstandsfähige jüdische Räume zu schaffen und Solidarität mit anderen marginalisierten Gruppen zu zeigen. Die Wahl, den Purim-Geist zu verlängern, zeigt, wie sehr unser Volk Resilienz schätzt. Trotz beinahe Auslöschung oder Vertreibung haben wir von unseren Vorfahren gelernt, die Freude in unserer Rettung zu feiern. Unsere Tradition ist intakt und wir werden mit jedem Tag stärker in unserer Identität. Also lasst uns feiern und essen!

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