Eine neue Studie untersucht die wichtige Rolle von Kommunikation und Expertise innerhalb von Organisationen und deren Auswirkung auf die Gruppenleistung. Die Forscher analysierten, wie Individuen Teil von Kommunikationsnetzwerken werden und welchen Einfluss Auswahlprozesse auf die Gruppenleistung haben. Die Studie ergab, dass Personen, die während des Trainings mehr kommunizierten, eher als zentrale Mitglieder des Netzwerks ausgewählt wurden. Teams, die ihr zentrales Mitglied selbst wählten, erzielten oft genauso gute oder sogar bessere Leistungen als Teams, deren zentrales Mitglied zufällig ausgewählt wurde.
Die Studie wurde von Forschern der Carnegie Mellon University, der Frankfurt School of Finance and Management, der University of Massachusetts Dartmouth und der Clark University veröffentlicht. Laut Linda Argote, Professorin für Organisationsverhalten und Theorie an der Tepper School of Business der Carnegie Mellon University und Mitautorin der Studie, spielen die Personen in Netzwerkpositionen und die Prozesse, durch die sie diese Positionen erreichen, eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Teamleistung. Die Kommunikationsnetzwerke fungieren als Austauschwege für Wissensaustausch, wobei zentrale Mitglieder oft für die Sammlung und Weitergabe von Informationen verantwortlich sind.
Die Studie untersuchte, ob Gruppenmitglieder, die die Bewohner von Netzwerkpositionen auswählen, sich selbst und andere auswählen, die am besten den Anforderungen der Position entsprechen. Durch Experimente mit ca. 125 Universitätsstudenten konnte gezeigt werden, dass die Leistung von Gruppen, deren Mitglieder selbst ihr zentrales Mitglied auswählten, besser war als die von Gruppen, deren Mitglieder ihre Wahl nicht hatten oder zufällig zugeteilt wurden.
Die Studie erweitert das Verständnis darüber, wie die Entwicklung eines Netzwerks, nicht nur seine Struktur, die Leistung beeinflusst. Die Autoren betonen jedoch, dass sie die Auswirkungen der Wahl nur im Zusammenhang mit Netzwerkpositionen in einer einzelnen Netzwerkstruktur untersuchten und nicht, ob Gruppen sich unterschiedlich verhielten, wenn sie ihre Netzwerkstrukturen wählen konnten. Die Studie wurde von verschiedenen Institutionen finanziert, darunter das Center for Organizational Learning, Innovation and Knowledge an der Tepper School of Business der Carnegie Mellon University und die Frankfurt School of Finance and Management.