In ihrer Eröffnungsrede zur Frankfurter Buchmesse betonte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung der französischen Kultur für Deutschland und umgekehrt. Sie wies darauf hin, dass Autor:innen Brückenbauer sein können und lobte die langjährige kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich. Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach ebenfalls über die Bedeutung der Literatur als vereinendes Element gegen Populismus und Nationalismus in Europa.
Die Druckzeremonie der ersten Seite der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auf einer Nachbildung der Gutenberg-Presse, die vor rund 600 Jahren in Mainz erfunden wurde, verdeutlichte die Bedeutung des gedruckten Wortes für Merkel und Macron. Beide Politiker:innen betonten die unverzichtbare Rolle der Literatur für die kulturelle Vielfalt und die intellektuellen Impulse, die durch Bücher entstehen. Macron plädierte zudem für die Freiheit junger Menschen, sich zwischen Ländern und Sprachen zu bewegen.
Die Frankfurter Buchmesse wurde als Gegengewicht zu rechtspopulistischen Strömungen in Europa positioniert. Die kulturellen und literarischen Werte, die durch die Messe vertreten werden, sollen dazu beitragen, ein starkes und vereintes Europa zu stärken. Unter anderem wurden die Vielfältigkeit von Literatur und die Bedeutung verschiedener Perspektiven in politisch unsicheren Zeiten betont. Autoren aus verschiedenen Ländern werden auf der Messe vertreten sein, um ihre persönlichen Perspektiven und Erfahrungen zu teilen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Messe liegt auf der Meinungsfreiheit, insbesondere im Hinblick auf die Situation in der Türkei, wo deutsche Staatsbürger aus politischen Gründen inhaftiert wurden. Es wird über Autoren gesprochen, die im Exil schreiben, sowie über die Forderungen nach Freilassung inhaftierter Journalist:innen. Die Frankfurter Buchmesse soll somit nicht nur kulturelle Vielfalt fördern, sondern auch ein starkes Signal für Meinungsfreiheit und demokratische Werte setzen.