Ein neues Zentrum für jüdische Studien wurde an der Goethe-Universität in Frankfurt eröffnet und reiht sich in die wachsende Anzahl von jüdischen Studienprogrammen an Universitäten in ganz Deutschland ein. Die Ankündigung des Buber-Rosenzweig-Instituts für moderne und zeitgenössische jüdische intellektuelle und kulturelle Geschichte erfolgte am Montag, dem 143. Jahrestag eines der Namensgeber des Instituts, Martin Buber, einem Philosophen, der von 1924 bis zu seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 an der Universität lehrte. Christian Wiese, Professor für jüdische Religionsphilosophie und der Initiator des Instituts, äußerte in einer Erklärung auf Facebook die Hoffnung, dass das kommende Jahr „eine sinnvolle Eröffnungsveranstaltung, persönlich, virtuell oder hybrid“ ermöglichen werde.
Das Programm hat seinen Ursprung in der Einrichtung einer Gastprofessur an der theologischen Fakultät der Universität im Jahr 1989, die sich zum Ziel setzte, über das Judentum und die jüdische Religionsphilosophie zu lehren. Die Position wurde 2010 mit der Ernennung von Wiese dauerhaft besetzt, der es zu einem Forschungszentrum mit internationaler Anerkennung entwickelte, so die Universität. Das neue Programm ist nach Buber und seinem Kollegen Franz Rosenzweig benannt, die gemeinsam das Freie Jüdische Lehrhaus in Frankfurt gründeten. Eines ihrer Projekte war die gemeinsame Übersetzung der Hebräischen Bibel ins Deutsche, ein Projekt, das Buber 1961 in Jerusalem abschloss. Wiese sagte, er freue sich darauf, „weiterhin mit Kollegen und Institutionen weltweit zusammenzuarbeiten und in Zukunft neue Beziehungen und Kooperationen zu entwickeln.“
Weitere neue jüdische Studienprogramme in Deutschland umfassen Studienbereiche von Religion und Geschichte bis hin zur Musik und der jiddischen Sprache.