Nur weil Antisemiten über ‘Kulturelles Marxismus’ sprechen, heißt das nicht, dass es nicht real ist.

Nur weil Antisemiten über ‘Kulturelles Marxismus’ sprechen, heißt das nicht, dass es nicht real ist.

Die gesamte Tablet-Serie mit Paul Bermans originalem dreiteiligen Essay über den Zustand der zeitgenössischen Linken sowie Antworten von Schriftstellern aus dem gesamten politischen Spektrum finden Sie hier. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel in der New York Times argumentiert der renommierte Yale-Historiker und Rechtswissenschaftler Samuel Moyn, dass der Begriff “Kulturmarxismus” tatsächlich nicht existiert und lediglich eine “primitive Verleumdung” sei, die von der Alt-Right erfunden wurde. Er warnt davor, dass der Begriff untrennbar mit antisemitischen Vorstellungen verbunden ist, da er eine moderne Version des “Judeobolschewismus” darstellt. Der Autor des Artikels sieht das jedoch als übertrieben an und betont, dass der eigentliche Kern dieses Problems anderswo liegt.

Moyns falsche und irreführende Aussagen zum Thema Kulturmarxismus werden kritisiert, da sie eine breite Palette von Perspektiven übersehen. Es wird erwähnt, dass es tatsächlich eine extrem rechte Verschwörungstheorie gibt, die behauptet, dass die sogenannte “Frankfurter Schule” bewusst versucht habe, die westliche Hochkultur zu untergraben, um den Boden für die kommunistische Revolution zu bereiten. Diese falsche und nutzlose Vorstellung ist weit entfernt von den tatsächlichen Ideen der Marxistischen Denker, die den Kern des Kulturmarxismus ausmachen. Die Diskussion über Kulturmarxismus sollte differenziert geführt werden, da der Begriff trotz seiner missbräuchlichen Verwendung auch außerhalb rechtsextremer Kreise eine legitime Grundlage hat.

Die Geschichte des Kulturmarxismus wird aufgezeigt, beginnend mit den Ideen von György Lukács, der in den 1920er Jahren die Idee einer subjektiveren Klassebewusstseins einführt, die von Karl Marx abwich. Die Entwicklungen von Antonio Gramsci und Louis Althusser bis zu Herbert Marcuse und Edward Said werden beschrieben, um die Entstehung und Verbreitung von kulturellen Marxismus zu erklären. Der Begriff bezieht sich auf die Idee, dass kulturelle Produktionen und Ideen Ausdruck von Machtstrukturen sind und auf ihre Beziehung zur Macht beurteilt werden müssen. Die Diskussion über kulturellen Marxismus, Identitätspolitik und politische Korrektheit wird als Entwicklung eines konkreten intellektuellen Programms dargestellt, das sowohl positive als auch negative Auswirkungen hatte.

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