Roger Waters tritt ohne Nazi-Uniform in Frankfurt auf – DW – 30.05.2023

Roger Waters tritt ohne Nazi-Uniform in Frankfurt auf – DW – 30.05.2023

Am Anfang seines Konzerts in der Frankfurter Festhalle am Sonntag kündigte Pink Floyd-Mitbegründer Roger Waters an, dass er ein umstrittenes Outfit, das zu einer strafrechtlichen Untersuchung in Deutschland geführt hat, nicht tragen würde. Waters wird derzeit von der deutschen Polizei wegen des Verdachts der “Volksverhetzung” untersucht – ein rechtliches Konzept, das in Deutschland oft bei Prozessen im Zusammenhang mit Holocaust-Leugnung angewendet wird. Das Tragen eines Nazi-artigen Uniform während der Konzerte in Berlin am 17. und 18. Mai führte zur Untersuchung.

Der Sänger erklärte während seines Frankfurt-Auftritts, dass seine Entscheidung, das umstrittene Outfit zu vermeiden, aus Respekt für die Geschichte der Festhalle getroffen wurde, da er wusste, dass die Frankfurter Festhalle eine zentrale Rolle bei der Deportation der Stadt-Juden im Rahmen des Holocaust gespielt hat. Während der Novemberpogrome 1938 wurden mehr als 3.000 jüdische Bürger Frankfurts in der Halle festgenommen und später in Konzentrationslager in Buchenwald und Dachau deportiert.

Nachdem die Untersuchung eingeleitet wurde, verteidigte Waters sein Bühnencharakter als Symbol des Widerstands. Dieser Charakter war bereits Teil der Verfilmung von “The Wall” aus dem Jahr 1982, basierend auf dem Album von Pink Floyd aus 1979. Trotz wiederholter Vorwürfe des Antisemitismus in Deutschland, betonte er bei seinem Sonntagskonzert, dass er kein Antisemit sei.

Mehrere hundert Menschen protestierten gegen das Konzert von Roger Waters in Frankfurt, darunter auch der Bürgermeister Mike Josef. Die Stadtverwaltung Frankfurt hatte versucht, das Konzert abzusagen, da Waters als einer der bekanntesten Antisemiten der Welt gilt. Ein Gericht entschied jedoch, dass das Konzert trotz geschmackloser Elemente mit Symbolen, die offen vom Nazi-Regime inspiriert waren, stattfinden dürfe. Waters hat in der Vergangenheit auch für seine Unterstützung der BDS-Bewegung kritisiert worden.

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