Der Europa-League-Sieger und Verteidiger von Eintracht Frankfurt, Martin Hinteregger, hat nur zwei Wochen nach der Trennung von einem rechtsextremen Geschäftsmann seinen überraschenden Rücktritt vom Fußball bekannt gegeben. Der 29-jährige Innenverteidiger wurde kritisiert, weil er in seiner Heimatstadt ein Amateurfußballturnier mit Heinrich Sickl, einem Ratsherrn der rechtspopulistischen Partei FPÖ, organisiert hatte, der früher Mitglied der verbotenen deutschen neonazistischen Organisation Nationalist Front war. In einer Erklärung zu seinem Rücktritt verurteilte Hinteregger rechtsextreme, intolerante und inhumane Ideen auf das Schärfste und kündigte an, dass er Abstand gewinnen müsse und sein Leben neu ausrichten müsse.
Der 67-malige österreichische Nationalspieler war bei Frankfurt beliebt und spielte in dieser Saison eine wichtige Rolle auf dem Weg zum Europa-League-Finale, wo sie Rangers im Elfmeterschießen besiegten und den Wettbewerb zum ersten Mal gewannen. Hinteregger hatte keine aktuellen Verletzungsprobleme und sein Vertrag lief bis 2024. Allerdings wurde er zwei Jahre vorzeitig aufgelöst, nachdem Gespräche über seine Zukunft mit dem Board und dem Cheftrainer Oliver Glasner stattgefunden hatten. Frankfurt-Präsident Peter Fischer hat in den letzten Jahren seine Haltung gegenüber rechtsextremer Politik deutlich gemacht und erklärt, dass niemand, der mit der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) verbunden ist, im Verein willkommen sein würde.
Vorstandsmitglied Markus Krosche sagte, dass Hintereggers Entscheidung überraschend war, aber der Verein sie “aus menschlicher Sicht” verstehe. Er fügte hinzu, dass Martin in Frankfurt immer willkommen sein werde als angesehener Spieler und Europa-League-Gewinner, nicht zuletzt wegen seiner aufrichtigen Entschuldigung für sein Verhalten in den letzten Tagen und Wochen und seiner klaren und glaubwürdigen Distanzierung von rechtsextremer Ideologie. Man hoffe, dass er nach Beendigung seiner aktiven Karriere seinen Weg finden werde und wünsche ihm alles Gute für die Zukunft.