Zinssenkung für Eurozone, aber ohne Zusage für mehr | Wirtschaftsnachrichten

Zinssenkung für Eurozone, aber ohne Zusage für mehr | Wirtschaftsnachrichten

Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt an, dass es noch zu früh ist, um Garantien dafür zu geben, dass die Kreditkosten weiter sinken, da ihre Mitarbeiter ihre Prognosen für das Preiswachstum nach oben korrigieren. Die 20 Länder, die die Euro-Währung nutzen, haben in den letzten zweieinhalb Jahren Zinssenkungen von Rekordhöhen erlebt, nachdem Fortschritte im Kampf gegen die Inflation erzielt wurden. Die EZB mit Sitz in Frankfurt erklärte am Donnerstag, dass es “angemessen” sei, ihren Haupteinlagezinssatz von 4 % auf 3,75 % zu senken. Sie warnte jedoch davor, dass der Kampf noch nicht gewonnen sei und signalisierte eine datengesteuerte Vorsicht in Bezug auf zukünftige geldpolitische Entscheidungen in den kommenden Monaten.

Die EZB reagierte zuerst auf den starken Anstieg der Inflation nach der Invasion Russlands in die Ukraine, die dazu führte, dass ihr Hauptmaßstab auf über 10 % stieg, da die Energie- und andere wichtige Rohstoffkosten in den westlichen Volkswirtschaften stark stiegen. Einige Ökonomen und Finanzmarktbeobachter sind jedoch der Meinung, dass die EZB überstürzt handelt. Die neuesten Prognosen der Bank sehen eine Inflation von durchschnittlich 2,4 % in diesem Jahr und 2,2 % im Jahr 2025 vor. Südsektoreninflation fällt sowohl im Euroraum als auch im Vereinigten Königreich hartnäckig aus.

Der Zentralbank wird erst im August erwartet, dass sie die britischen Kreditkosten senkt. Einige Ökonomen betrachten den Zinsschnitt der EZB als “möglichen Fehler in der Politik”. Es gibt sowohl Vorteile als auch Risiken eines solchen Schrittes, da er die Inflation beeinflussen und den Euro schwächen könnte. Die EZB rechnet nicht damit, ihr Zielinflationssatz erreichen, bis “weit” ins nächste Jahr. Holger Schmieding, ein Ökonom bei Berenberg, erwartet weitere Lockerungen, sofern keine neuen Inflationsüberraschungen auftreten. Es wird argumentiert, dass angesichts der fünf Quartale der Stagnation in der Wirtschaft der Euro-Zone von Herbst 2022 bis Ende 2023 etwas niedrigere Zinssätze sinnvoll sind.

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